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Kinder ernstnehmen!

Der Grund, warum Kindern oft nicht geholfen wird, liegt darin, dass sie von den meisten Erwachsenen nicht ernstgenommen werden. Auch heute noch muss z. B ein Kind dem (sexualisierte) Gewalt angetan wird sich im Durchschnitt sieben Erwachsenen anvertrauen bevor es auf eine Person trifft die bereit ist dem Kind zu helfen. (1)

Besonders dramatisch ist es wenn Menschen die beruflich mit Kindern zu tun haben, oder über ihre Zukunft entscheiden, z. B ErzieherInnen, KindertherapeutInnen, VerfahrenspflegerInnen, usw. Kindern nicht glauben.

Eine solche Haltung signalisiert, dass es sich für Kinder weder lohnt eigene Entscheidungen zu treffen, noch sich anderen mitzuteilen. Dadurch ziehen sich Kinder aus ihrem Umfeld mehr und mehr zurück. Sie verstecken ihre Sorgen und werden eher depressiv. In der Schule können sich solche Kinder oft nicht frei entfalten, was sich auf ihre Leistungen und damit auch auf ihre Zukunft negativ auswirkt.

Auch die Gefahr Opfer von sexuellem Missbrauch, Mobbing, Entführungen und anderen Verbrechen zu werden ist bei solchen Kindern überdurchschnittlich hoch.

Kindern zu zeigen das sie ernstgenommen werden ist oft im Alltag möglich. Es macht zum Beispiel einen unterschied, ob das Kind tragen muss, was die Eltern ausgesucht haben oder ob es mit bestimmen darf was es trägt. (2)

Wenn sich Eltern aus was für Gründen auch immer trennen, kommt dem Familiengericht und der Jugendhilfe die Aufgabe zu Kindern zu vermitteln das sie auf ihren weiteren Weg weiter Einfluss nehmen können.

Das bedeutet:

  1. Kinder anhören, bevor Entscheidungen über das Umgangs- oder Sorgerecht getroffen werden.
  2. Kinder ehrlich über den aktuellen Verfahrensstand informieren.
  3. Der geäußerte Wille von Kindern muss berücksichtigt werden.
  4. Die Beschlüsse und deren Zustande kommen sollte den Kindern von den RichterInnen oder beteiligten aus der Jugendhilfe persönlich erklärt werden.
  5. Kinder müssen die Möglichkeit haben, von sich aus Verfahren anzustrengen um bestimmen zu können bei wem sie leben und ob bzw. wie häufig sie den anderen Elternteil sehen.
  6. Kinder möglichst immer von den selben Verfahrensbeteiligten anhören lassen, außer wenn sie kein Vertrauen zu diesen haben.

Vieles davon ist nicht neu!

Das meiste wird schon seit etlichen Jahren gefordert. Egal ob es die UN-Kinderrechtskonventionen sind oder die seit 2001 erstellten Kinderrechte. Leider scheitert es an der direkten Umsetzung. (3)

Dabei sind die positiven Effekte enorm, wenn Kinder ernst genommen werden. Häufig wird z. B berichtet, dass Wiederstandskämper im Dritten Reich, ganz viel Energie für ihren Kampf gegen das Unrechtssystem aus einer liebevollen Kindheit genommen haben. (4)

Auch der Lebensweg von Mala zeigt auf, welch eine Kraft Menschen schon in früher Kindheit und Jugend aufbringen können, wenn sie entsprechend ernst genommen und gefördert werden.  Schon mit 11 Jahren erstellte sie einen Blog, auf dem sie die Taliban kritisierte und Menschenrechte auch für Frauen einforderte.

Mit 15 versuchten die Taliban sie umzubringen. Sie überlebte den Anschlag und kämpft seit dem unerschrocken weiter.(5)

Umgekehrt sind viele Gewalttäter und Diktatoren Opfer von schweren Misshandlungen geworden, die jedoch nicht ernst genommen worden sind! (6)

Ob Kinder ernstgenommen werden oder nicht entscheidet letzten endes darüber ob und wie sich unsere Gesellschaft entwickeln wird.

Es geht hierbei also nicht "nur" um das Leben der aktuell betroffenen Kinder. Es geht auch darum, wie sich in Zukunft unser Zusammenleben gestalten wird.

Quellen:

1.Missbrauch per Mausklick

2. Die teuflische Gefahr- Zeitartikel vom 16. Februar 2010

3. UN-Kinderrechtskonvention

4. Kindheit von Sophie Scholl

5. "Ich bin Malala. Und ich habe Ziele"-Sternartikel vom 10.10.2014

 6. Jugend eines Diktators 1/4 - Hitler